Donnerstag, 16. November 2017

Graues aus Garten und Küche

Gestern war ich unterwegs unter grau bedecktem Himmel, durchsetzt von Sonnenstrahlen am Nachmittag. Abends aber dann doch noch ein neuerlicher Markmaking Versuch mit einem touch von Farbe. 

Ulrike hat von ihren alten Formy Stempeln berichtet und da fiel mir mein blauer Stempelblock ein, der schon Jahre in der Schublade auf seinen Einsatz wartet. So lange, dass ich schon vergessen hatte, wie ich den benutzen muss. Aber, dem Web sei Dank!, findet sich immer irgendwo eine Anleitung. Ein Bügeleisen genügt. Also nach Erledingung der Bügelwäsche ein bisschen 'Marken setzen'.


Erster Versuch: mit Rosmarin aus dem Garten und grauen Stempelkissen.

Ein bisschen zart und blockartig, der Druck, aber dafür duftet es jetzt prima im Arbeitszimmer.

Heute Morgen dann der zweite Versuch mit Material aus der Küche: Mandeln. 
(die Idee kam mir beim Mandelnhäuten für die ersten Weihnachtsplätzchen**)

Die Struktur der Mandeln hat sich natürlich nicht abgedruckt, aber mit der Kontur kann man was anfangen. Gestempelt mit schwarz auf weiß = grau. Teilweise den Block übereinander gestempelt, ergibt sich ein dunkleres und neues Rastermuster.



Aller guten Dinge sind drei. Noch ein Versuch auf der Rückseite mit Nägeln.


Die Stempelfarbe gibt leider nicht viel Kontrast her, da muss ich wohl nochmal mit Acrylfarbe ran, wenn das geht.
Die Idee, ein freies Markmaking mit einem Stempel zu kombinieren gefällt mir aber gut. 
Das ist ausbaufähig. Und mit dem blauen Stempel kommt auch etwas Farbe in meine grauen Bilder. Die Sonne muss ich den beim nächsten Mal mit einfangen.

Mehr Markmaking-Ideen bei Michaela auf der Linkliste.

Ich mache mich derweil ans Weihnachtsrot, Tannengrün und Silberblau, meine Weihnachtsstoffkiste leeren und Projekte vollenden.

 **) eigentlich sind es dann schon die zweiten Plätzchen. Ich habe letzte Woche schon ein paar 'marks' auf meine Springerle gemacht.


Freitag, 10. November 2017

Mondlieder (matchbox No 45)

Weil's so schön war, gleich noch eine 'Streichholzschachtel der Woche', No. 45, Thema 'Mond'. Ob das zufällig in die Woche mit St. Martin gefallen ist?
Mir ist dazu jedenfalls ganz spontan die Dreierkombination eingefallen: Sonne, Mond und Sterne. Darf es also zur Feier des Heiligen heute eine Mini-Laterne sein?

Die Außenhülle habe ich aufgetrennt und schwarz bemalt, um eine Tonpapieroptik zu bekommen. Auch die Schublade wurde eingeschwärzt, der Boden später ausgeschnitten, damit man auch durchsehen kann.


Ganz traditionell habe ich zwei unterschiedliche Szenen aus der Pappe ausgeschnitten und mit Transparentpapier hinterlegt. Hier sieht man gut die unterschiedlichen Farben.


Mit einer innenliegenden Micro-LED-Lichterkette verschwand leider die Farbigkeit. Oder zumindest hat meine Kamera das nicht einfangen können.
Aber ich konnte einen kleinen Probelauf im Zimmer machen. Draußen regnet es ja heute und außerdem war es noch nicht dunkel. Gesungen habe ich aber schon mal.

Laterne, Laterne, 
Sonne Mond und Sterne. 
Brenne auf mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht.

Frau Nahtlust sammelt noch mehr Ideen für Mondsüchtige. Schaut mal rein.
 

Mittwoch, 8. November 2017

Viel Grau und eine Schachtel

Jetzt hat er uns aber eingeholt, der graue November! Nicht nur draußen, mit Nebel und Niesel und notwendigen Mützen und Schals, nein, auch beim Mustermittwoch
Man kann Michaela noch nicht einmal einen Vorwurf machen, waren es doch viele Andere, die sich dieses Thema gewünscht haben. 
Meine Skizzenbuchseite hatte ich schon mal auf den November vorbereitet und zwei kleine Collageschnipsel eingeklebt, rechts und unten. Sogar farblich passend, wie sich jetzt herausstellt. 

Darunter also mit Bleistift das Thema gekritzelt, und noch weiße Wachskreide und den mit verdünnter Tusche gefüllten Wassertankpinsel herausgeholt. 

Kreise wie Regentropfen, Fineliner-Niesel, erste Schneeflocken? Testlauf.

Der Blätterschnipsel rechts bekam auch eine Ladung Kringel und Streifen ab, so fügt er sich besser ins Blatt. Dafür eignet sich markmaking ja auch.

Viel Grau in Grau, da kann man depressiv werden, denkt sich wohl das Wiesel,  ein Fundstück vom Stijlmarkt, feine Kunst von Ligarti.
 
Erst beim Blick in die Markmaking Galerie geht mir auf, was fehlt: ein Schuss Farbe! 
Hätte das Wiesel ja gerne dazugeben dürfen. Wird nächstes Mal dann eingebaut.

Damit der Post nicht gänzlich im Grau versinkt, schicke ich noch (etwas verspätet) ein buntes Tier ins Rennen, das Rennen um die Streichholzschachteln bei Frau Nahtlust
Letzte Woche durfte es ein bisschen Federvieh sein, was mich wieder an meine Schachtel No 12 erinnert hat, 'das Schwein und der Gockel' von Paul Klee. Eine Hahnenschachtel würde doch prima zum Schweinchen passen, dachte ich. Der 'Gockel' kam mir aber komisch vor, mit dem Ei im Bauch? Und tatsächlich hat das Bild einen ganz anderen Titel: 'wo die Eier herkommen und der gute Braten'.

Also habe ich nur die Technik der colorierten Ölpause  benutzt, und mir einen eigenen Gockel gemalt.
In der Schachtel finden sich nun Sprüche, die mir zum Thema 'Hahn' eingefallen sind.
Einer, den meine Oma immer zitiert hat. Die Bedeutung hat sich mir bisher nicht erschlossen.
Aber der andere passt gut zum derzeitigen Wetter. Oder zu jedem Wetter, eigentlich.

So und nun hole ich meine Farbstreifen raus und mache mir die Welt ein bisschen bunter. Advent-Postkunst lässt grüßen.

Mittwoch, 1. November 2017

Oktoberende - Novemberstart

Wer hätte das gedacht, dass sich der November mit so milden Temperaturen und Sonnenschein präsentiert! Da ist die Zeitumstellungs-Müdigkeit vom Wochenende gleich wieder vergessen. Und der Mittwoch fühlt sich sowieso - nach dem Extra Feiertag - wie ein frischer Montag an. 
Auch der Mustermittwoch hat Feierstimmung und fällt heute aus, oder besser: macht Pause. Für mich eine Gelegenheit, zu schauen, ob sich mein Vorsatz für den Oktober, mehr zu zeichnen, umsetzen ließ. Am 12. und am 20. habe ich ja schon ein bisschen was geschafft und gezeigt, auch vom 'Rocktober'. Heute also ein weiterer Blick ins Skizzenbuch.

Anfang des Monats Oktober hatte ich mir vorgenommen, unseren Besuch in München beim Rugby 7's Turnier und beim Oktoberfest zu nutzen, um Menschen zeichnen zu üben. Da hatte ich wirklich genug Anschauungsmaterial und fiel auch nicht besonders auf mit meinem Skizzenbuch.

schwarzer Kugelschreiber und Aquarellfarben

Klar haben sich die Leute immer wieder bewegt und standen nicht lange am selben Platz, aber immerhin viel länger als die Spieler auf dem Feld. Die Jungs sind so schnell hin und her gelaufen, da hatte ich keine Chance. Versucht habe ich's trotzdem. Da ging nur 'blind contour', also zeichnen ohne auf's Blatt zu schauen.

Bleistiftskizze
Ein gutes Zeichen'opfer' war auch die Warteschlange an der Würstchenbude. Da muss man allerdings schon etwas mehr Distanz haben und auch zügig arbeiten. Manche Details gehen da verloren, wie die Zwergenhose vom 2. Mann (daher das komische kleine Bein an der Seite). Wenigstens die Pickelhaube konnte ich festhalten. 


Druckbleistift und Aquarellfarben
Schwierig auch zu colorieren solange man noch vor Ort ist. Da geht nur heimlich ein Foto machen, am besten ohne Ton (klick) und später einfügen.

Für's Oktoberfest habe ich mir einen sehr warmen Tag ausgesucht und das einzige Plätzchen zum Ausruhen war seitlich auf der Wiese neben der Bavaria. Von meinem Sitzpunkt aus war die Brust der Dame durch Scheinwerfer verdeckt, was ihr einen etwas seltsamen Busen bescherte.

Fineliner und Aquarellfarben
Damit hatte ich die erste Hürde des Zeichnens unter Leuten überwunden, war also erfolgreich. Das Zeichnen selbst ist ja eine ständige Übung, da bin ich immer froh, wenn wenigstens ein paar Striche passen. Learning by doing.

Und mein Rocktober-Projekt ging auch einigermaßen gut. Da ich keine selfie-Frau bin, habe ich übungshalber auch zeichnerisch festgehalten, wie oft ich was getragen habe. Am Ende ging mir ein bisschen die Puste aus, aber ich war dann auch wieder vermehrt mit dem Fahrrad unterwegs, was sich (bei mir) nicht gut mit Röcken verträgt. Ich bewundere immer wieder die Frauen, die mit Pumps, kurzem Rock und ohne Helm ins Büro strampeln ... 
Für mich: keine Option.


Kugelschreiber, Inktensestifte, Aquarell
Also im November wird weiter gerockt.

Zeichentechnisch möchte ich den November zum 'Tovember' ausrufen und versuchen, möglichst viele 'Tower', also Türme zu zeichnen. In unserer Stadt gibt es sganz fantastische Exemplare, dass ich gespannt bin, wieviele ich davon festhalten kann.

Und dann geht es ja auch schon in die Adventspost-Kurve. Anmeldungen noch diese Woche und dann geht es auch schon los. Nach meiner Sommerpause freue ich mich wieder auf die Werkstattzeit.

Habt einen feinen Novemberstart.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Der Rest vom (Dreiecks-Zacken) Fest

Beim Gang durch den Garten heute Morgen grüßten mich (mehr oder weniger) freundliche, leuchtend grüne Zacken. Meine MusterMittwoch geschulten Augen haben natürlich sofort das Oktoberthema erkannt.



Ein bisschen pieksig und eigentlich ja Un-Kraut, aber wunderschön zackig.

Solche Zacken kann man stempeln, oder auch mal nähen zur Abwechslung. Da findet sich auch heute etwas in meiner Patchworkkiste.
Dieses Kissen zum Beispiel, das für einen Workshop entstanden ist, auch für Anfänger geeignet und fertig gequiltet.


Die Dreiecks-Windmühlen dagegen, die ich unbedingt einmal testen wollte, sind zwar als Dreiecksblock einfach, die Anordnung verlangt dagegen schon ein bisschen Tüftelei. Weshalb dieses Teil noch auf die Vollendung wartet.



Aus ganz vielen Dreiecken habe ich 2005 einen Gartenstoff-inspirierten Quilt als Geschenk zu einem runden Geburtstag genäht und bei einer Freundin auf der Longarmmaschine gequiltet.

Der äußerste Rand (die Einfassung) ist aus unterschiedlichen roten und gelben Stoffen genäht, die schräg aneinander gesetzt sind. Da blieben immer kleine Dreiecke übrig. Die kann man auch wieder zusammensetzen. Das ergibt etwa 12 x 12cm große Untersetzer oder Nadelkissen. Man soll ja nichts wegwerfen ...

Und da komme ich dann doch auch wieder auf die Stempelei vom Anfang zurück. Ich hab das bis zum Schluss aufgehoben, weil ich nicht gesteinigt werden möchte, weil es doch schon etwas weihnachtlich anmutend wird. Nun ja, es ist aber auch schon der 25.

Dreiecks-Stempelrestchen im Quadrat angeordnet ergeben nunmal Sterne.

Ungefüllte, oder mit einem Ergänzungsstempelchen gefüllte.

Und auch von den Sternen gibt es eine Nähvariante. 
Es ist das 'Appe-Ecke'-Muster von hier, nur dass man an 2 Seiten Dreiecke an das Grundquadrat näht. Vier solcher Zackenelemente um ein Mittelquadrat genäht, die Ecken ergänzt und schon hat man flippige Sterne.


Der Füllstempel wirkt einzeln eher grafisch-neutral. Gut so. Schließlich ist ja noch ne Weile hin bis Weihnachten.

Und davor hat der Kalender ja auch noch den November gesetzt, den Michaela zum Überraschungsmuster-Monat ernannt hat. Also doch: wie Weihnachten.

Ich mach mal die Nähkiste wieder zu und die Farbtöpfe auf.

 

Sonntag, 22. Oktober 2017

Seht nur, da steht er ... matchbox No. 42

Friseure und Friseurinnen und ich haben bisher eine wechselvolle, und nicht selten haarige Beziehung miteinander. Dabei sind meine Haare doch eigentlich unkompliziert: ungefärbt, kräftig, viele. Ich föne nicht viel und mag sie nehmen, wie sie gewachsen sind. Muss doch nur der Schnitt stimmen. Eigentlich.

An meiner "Ausrüstung" kann man schon erkennen, dass das nicht immer geklappt hat. Ich habe oft den Friseur gewechselt, weil es nach dem 2. Besuch nicht besser wurde, und auch das Umziehen hat nicht nachhaltig geholfen. Am schwierigsten war es im Ausland, weshalb mir es irgendwann egal war, was rauskam.

Einen guten Schnitt erkennt man ja erst nach dem ersten Waschen und (bei mir gerne luft-)Trocknen. Nicht selten habe ich da schon die Hand nach der Schere ausgestreckt.

Wirklich doof, dass man so abhängig ist von diesem Handwerk. Weil, wenn es nicht klappt, sieht man für einige Wochen eben aus wie ein Struwwelpeter. (Ich bin auch nicht der Typ, der gleich beim Weggehen schon einen neuen Termin ausmacht.)

Manchmal wachsen die Haare ja auch über Nacht gleich 20 Zentimeter. Kennt ihr das auch? Dass man morgens in den Spiegel schaut und GANZ plötzlich sind die Haare nicht mehr zu ertragen! Da will man SOFORT zum Friseur. Blöd, wenn man dann erst einen Termin in 4 Wochen hat.

Meine Streichholzschachtel enthält deshalb Dinge, die ich im Notfall zur Überbrückung der sauren-Haare-Zeit brauchen kann: Haargummis, Klemmen und mein schweizer Taschenmesser in der Ladygröße.

Das kleine Messer hat neben dem bekannten scharfen Messer noch eine Feile und eine Pinzette, und vor allem: eine Schere!!!

Bleibt noch anzumerken: seit einem guten Jahr bin ich sehr zufrieden mit meinem schnitt und meiner Friseurin, weshalb das Messer wieder in die Handtasche wandern kann.

Und die Streichholzschachtel No. 42 reiht sich in Susannes Liste ein. Da gibt es bestimmt noch mehr Rapunzelgeschichten.

Freitag, 20. Oktober 2017

Freitagsfische

Zuerst ein überrraschender Fischfund zur letztjährigen MailArtAktion ' Siebdruck-Fische'.
Beim Durchblättern der neuen Patchworkgilde Zeitschrift fiel mir dieser Quilt auf. "Die Fische kenne ich doch?" war mein erster Gedanke und tatsächlich, ein Quilt aus einer der Gruppen. Stimmig verarbeitet. Ein gutes Vorbild. (Leider kann ich ihn nicht mehr mit der PostKunstWerke Seite verlinken.)


Und dann habe ich noch eine weitere Variation zum Thema Dreieck, das mal nicht am Mittwoch, sondern dem Inhalt entsprechend am Freitag kommt: Dreiecks-Fische.

Man hat ja oft Ideen und Bilder aus Büchern im Hinterkopf und beim Thema "Quiltmuster" fiel mir mein Tangle-Buch wieder ein. Dort hatte ich mal dreieckige Fischmuster gesehen, genannt 'bones'. Die habe ich - noch nicht- gequiltet, sondern verstempelt.

Die leichten Bleistiftstriche sind nicht exakt in Schnitzlinien zu übertragen (jedenfalls für mich), weshalb der Fisch mit ein paar 'schräge Kräten' daherkommt.

Man kann ihn in Reih und Glied schwimmen lassen ...

oder im Kreis ...

oder man macht 'nen ganz großen Schwarm.
Wie immer gibt es viele Möglichkeiten.

Ein ganz sprudel-frischer Fisch hat mich vor zwei Wochen in Mainz am Fischtorplatz mit meinem endlos langen Freitagmorgen versöhnt.

Im Hintergrund der Mainzer Dom
Saß ich doch gute 4 Stunden beim Arzt und habe gewartet. Da kann es einem ganz schön öde werden. Ich hatte ja Wartezeit erwartet, aber so lange? Mein Skizzenbuch hat sich gefreut und eine ganze Seite konnte ich füllen. Es geht doch nichts über Üben. Vor allem das zeichnen in der Öffentlichkeit. Und hören kann ich nun auch wieder gut.



Meine Freitagsfische verlinke ich mal wieder mit Andiva und die Muster kommen zu Michaela.

Ein entspanntes Wochenende!! 
(genießt das letzte in der Sommerzeit)